Donnerstag, 12. Dezember 2013

Weihnachtspause

Besinnliches - nicht nur (aber auch) zur Weihnachtszeit


Die Quäkermaus (Kirchenmaus) und die Bienenwachskerze


Quäker, Alchemist, Kabbalist, Theosoph: Franciscus Mercurius van Helmont (1614-1699)

Franciscus Mercurius van Helmont wurde um 1614 in Vilvoorde bei Brüssel (damals Spanische Niederlande, heute Belgien) geboren. Über seine Kindheit und Jugend wissen wir wenig. Er scheint eine gute schulische Ausbildung erhalten zu haben, zu der auch das Erlernen der Hebräischen Sprache gehörte. Durch das Vermögen seines Vaters war seine finanzielle Unabhängigkeit gesichert. Das leistete jedoch dem Gerücht Vorschub, er beherrsche die Kunst, Gold herzustellen. Auch soll er niemals krank gewesen sein. Wie schon sein Vater widmete er sein Leben der Heilkunst, als Universalgelehrter war er auch an Malerei, Mechanik und vielen anderen Künsten und Wissensgebieten interessiert. Praktisch beschäftigte er sich mit der Behebung von Rückgratverkrümmungen und der Arbeit mit Gehörlosen. Berühmt wurden seine Salben und Mixturen gegen hartnäckige Kopfschmerzen.

                      
                                                                                                         © wikimedia

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Tacke-Hommage 2014

Das Niederdeutsche Bibelzentrum in der norddeutschen Stadt Barth geht zurück auf den ersten Bibeldruck Pommerns, der 1588 in Barth erfolgte. Seit 2001 werden hier nicht nur die Barther Bibel und andere historische Kostbarkeiten gezeigt, sondern es gibt ein modernes Museum mit Galerie, Garten, Museumsshop und vieles mehr. 

George Fox, der Quäker-Gründer, wie ihn Tacke sich vorstellte (1960)

Das Quäkerhaus in Friedrichstadt

Das älteste Andachtshaus der Quäker auf dem Kontinent ist nicht das Bad Pyrmonter, sondern das Friedrichstädter Versammlungshaus gewesen. In Friedrichstadt wurden neben Remonstranten, Katholiken, Lutheranern, Mennoniten und Juden im 17. Jahrhundert auch Quäker geduldet. Die kleine Gruppe gehörte zur Amsterdamer Jahresversammlung. Dort war 1677 William Penn anwesend, der die Friedrichstädter Delegation ermutigte, ein Andachtshaus zu errichten.

Stadtplan aus der 1. Hälfte des 18. Jh. Zwischen der „Menonisten Kirche“ und der katholischen Kirche befand sich, von der Straßenfront abgesetzt, die „Quacker Vergachrung“ (der Quäkerversammlungssaal)

Die Quäkerspeisung in Klotzsche

Out now: das neue "Klotzscher Heideblatt" mit einem Beitrag zur QUÄKERSPEISUNG IN KLOTZSCHE 

                                              

Die sogenannte "Quäkerspeisung" war das zentrale Ereignis, das die angloamerikanische Religionsgemeinschaft der Quäker nach Europa, Deutschland, Sachsen und schließlich auch Klotzsche brachte. Schon zu Beginn des Aprils 1920 war es amerikanischen Quäkern möglich geworden, an verschiedenen Orten in Dresden-Neustadt 1.500 unterernährte Kinder zu speisen.  Aus diesem Grund findet man in dieser Zeit oft auch den Namen „Amerikaspeisung“.

Militärseelsorge abschaffen

Vor einigen Tagen war ich mit dem Betreiber von "Militärseelsorge abschaffen" in Kontakt. Die Seite bietet für jeden Pazifisten Nützliches, und auch bzgl. der Quäker findet man wenig Bekanntes: so wurde von einigen evangelischen Gemeinden ein Erklärungsblatt zur "Confessio Augustana" beigelegt, wo man lesen kann:
"Das Verdammungsurteil des Augsburger Bekenntnisses traf aber auch die evangelische Minderheit, die unter der Berufung auf die Bergpredigt Jesu nicht bereit war, Kriegsdienst zu tun oder einen Eid zu schwören. Pazifistische Gemeinden wie die Mennoniten und die Quäker, die heutigen Friedenskirchen, wurden im 16. und 17. Jahrhundert auch in evangelischen Landen von Kirche und Staat verfolgt. Die Fürsten aber sahen in der Formulierung 'rechtmäßig Kriege führen' eine grundsätzliche Rechtfertigung des Krieges als legitimes Mittel der Politik. Erst die Schrecken des zweiten Weltkrieges und der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki führten die evangelischen Kirchen zu einer Wiederentdeckung der politischen Botschaft der Bergpredigt. 'Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein', formulierte 1948 die Weltkirchenkonferenz von Amsterdam".

(zitiert nach dem Beschluss des Evang. Kirchengemeinderats Heiningen vom 21.10.2006)

Dienstag, 10. Dezember 2013

Quäker in Dresden

In diesem Jahr hatte ich Gelegenheit, an der Quäker-Andacht in Dresden teilzunehmen. Anlass war der 

Freitag, 15. November 2013

in memoriam: Achim von Borries (3.1.1928-14.1.2013)

Es gibt nicht viele Kenner des deutschen Quäkertums, doch Achim (Hans-Joachim) von Borries aus Hamburg war einer von ihnen. Sein Tod in diesem Jahr kam nicht unerwartet, machte aber doch schlagartig bewusst, wie sehr er der Deutschen Jahresversammlung fehlen wird.
Ich habe von Borries um das Jahr 1998 kennen gelernt, am Beginn meiner Friedensthal-Forschungen. Wenige wissen, dass das Interesse von Achim von Borries einen familiengeschichtlichen Hintergrund hatte:

The Apocalyptic Dream of Samuel Fothergill

Nachricht von einem Traum des Quäkers Samuel Fothergill (1715-1772)/

The Apocalyptic Dream of Samuel Fothergill in 1760


(Journal of the Friends Historical Society, Band 59, Heft 3, 2002, S. 211-214)

1760, als der Bericht über einen Traum gegeben wurde, war Samuel Fothergill 45 Jahre alt. Er hatte eine wildbewegte Jugendzeit verlebt, die alles andere als fromm verlief. In seiner eigenen Lebensbeschreibung spricht er davon, einst Bier gesoffen zu haben wie die Ochsen Wasser. Wie mag er sich wohl gefühlt haben, als sich sein Vater John Fothergill, ein verdienter Quäker, folgendermaßen von ihm verabschiedete: „Und nun, Sohn Samuel, lebe wohl! Ich kann nicht sagen, dass ich den Wunsch habe, dich jemals wiederzusehen, es sei denn, als veränderten Menschen“?

Donnerstag, 14. November 2013

Jones Rice (gest. 1693)

Von Rice Jones (auch Rhys Jones, Rhys Johns) ist wenig bekannt. Er lebte in Nottingham, diente eine Zeit lang als Soldat und betrieb eine Bierkneipe. Nach seiner Hinwendung von den Baptisten zu den Quäkern hielt er in Nottingham eigene religiöse Versammlungen in seinem Haus ab, seit 1657 auch im Schloss zu Nottingham. Deshalb nannte man seine Gruppe auch „Castle Company“. Offensichtlich war Jones, der die Gruppe anführte, vom Rantertum beeinflusst und praktizierte eine libertäre Lebensführung, die mit der Auffassung anderer früher Quäker nicht zu vereinbaren war.

Wolfgang Hertle: Zur Geschichte der gewaltfreien Bewegung in Westdeutschland. Eine Einladung.

Zur Geschichte der gewaltfreien Bewegung in Westdeutschland zwischen Kriegsende und außerparlamentarischer Opposition

Weiter unten findet man eine spannende Projektskizze über ein Themenfeld, mit dem sich Dr. Wolfgang Hertle (Hamburg) viele Jahre beschäftigt. Er sucht nun nach Möglichkeiten, im Gespräch, in Seminaren und Veranstaltungen mit Menschen verschiedener Generationen über wesentliche Fragen in der Geschichte wie in der Gegenwart der gewaltfreien Bewegungen zu sprechen und gemeinsam zu lernen.
Es geht weniger um die Geschichte einzelner Verbände, als darum zu verstehen, wie sich die Idee und die Praxis der gewaltfreien Aktion in Deutschland entwickelt haben:
-Wie schlug das sich das gewaltfreie Prinzip zur Praxis nieder, entgegen der Widerstände im angepassten, legalistischen Deutschland ?
-Ging es allein um die Verhinderung des Schlimmsten (Krieg und Diktatur) oder konnten sich alternative  Zielvorstellungen von einer gerechteren  und gewaltärmeren Gesellschaft  gegen die Normen der beiden deutschen Staaten im Kalten Krieg artikulieren?

Dies sind auch heute höchst aktuelle Fragen, defensive gewaltfreie Aktionen werden unzureichend bleiben. Wenn wir betonen, dass Ziele und Mittel übereinstimmen sollen, folgt zwingend  die Frage, welche Kriterien eine gewalfreie oder mindestens gewaltärmere Gesellschaft aufweisen müsste. Daraus ergäben sich Hinweise auf die Strategie und die Organisierung der gewaltfreien Bewegung.
Da ich Wolfgang Hertle und das Hamburger Institut für Sozialforschung von eigenen Besuchen her kenne, unterstütze ich das Projekt gerne. Hertle ist auch bereit, vor Ort über sein Projekt und über Friedesnsarbeit zu sprechen - sicher eine lohnenswerte Sache (Kontakt: Dr. Wolfgang Hertle, Waterloostr. 18, 22769 Hamburg)

Projektskizze

Gesucht: Geschäftsführer/Geschäftsführerin der Quäker‐Hilfe‐Stiftung ( 75 %)

Stellenausschreibung für eine/n Geschäftsführer/Geschäftsführerin
der Quäker‐Hilfe‐Stiftung ( 75 %)
Ort: aktuell Bielefeld, zukünftig voraussichtlich Berlin
Beginn: sofort

Informationen zur Stiftung: Die Quäker‐Hilfe Stiftung wurde 1995 von den deutschen und amerikanischen Quäker‐Hilfswerken Quäker‐Hilfe e.V. und AFSC (American Friends Service Committee) gegründet.
Heute fördern die Quäker‐Hilfe Stiftung und ihre Partner Projekte in mehr als 20 Ländern der Welt. Die
Projekte zielen darauf, dauerhaften Frieden und mehr Gerechtigkeit in der Welt zu schaffen.

Informationen zur Stelle:

Samstag, 26. Oktober 2013

Gewidmet den Berliner Quäkern: Band 3 der Deutschen Quäkerschriften

Über zehn Jahre Jahre hat es tatsächlich gedauert, bis die dreibändige Sammlung "Deutsche Quäkerschriften" abgeschlossen werden konnte. Zu Beginn war gar nicht abzusehen, wie mühsam und zeitaufwendig sich dieses Projekt entwickeln würde. Umso glücklicher bin ich, dass nun in diesen Monaten der dritte, letzte Band erscheinen wird, der das 19. Jahrhundert behandelt:


Das die Edition von zwei Quäkern der Berliner Gruppe gefördert wurde, ist dieser letzte Band auch der Berliner Quäkergruppe gewidmet.

Montag, 30. September 2013

Inhalt Quäker-Zeitschrift 2013, 87. Jg., Heft 2, 3, 4, 5 und 6


                                                      


                                                                                                                 



Inhalt:

Christiane Floyd: Kursus "Einführung in die Christliche Meditation"

Der Kurs richtet sich an Interessierte mit und ohne Meditationserfahrung, die einmal die Tradition und Praxis der Christlichen Meditation nach John Main kennen lernen möchten. Jeder Termin beginnt mit einem einleitenden Referat zum Thema der Woche. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Meditation; darüber hinaus besteht auch die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch.

Wochenthemen:
9. Oktober: Das Rad des Gebetes
16. Oktober: Das selbstlose Selbst
23. Oktober: Die Früchte der Meditation

Ort: Meditationsraum im Forum der Jesuiten, jeweils Mittwoch 19-20 Uhr.
Witzlebenstraße 30a
14057 Berlin

Anmeldung u. Rückfragen: 0160-554 1931, Christiane Floyd (Weltgemeinschaft für Christliche Meditation)

Sonntag, 14. Juli 2013

Friedensfest in Augsburg, Sommer 2013

Folgende Nachricht wurde mir von Wolfgang Hertle mit der Bitte zur Veröffentlichung zugeschickt:

„Niemand hat das Recht zu gehorchen“ - unter dieses Motto stellt die Stadt Augsburg ihr Friedensfest 2013. Es sind Worte der jüdischen Philosophin Hannah Arendt. Sie fasst darin ihre Erfahrungen bei der Beobachtung des Prozesses gegen den Nazi-Massenmörder Adolf Eichmann zusammen.

Nicht mehr nur gehorchen wollten im August 1524 auch die Zuhörer des Barfüßerpredigers Johannes Schilling. Seine Predigtreihe zum Lukasevangelium verkündet "Frohe Botschaft für die Armen", Lk 4,18. Als der Stadtrat dafür sorgte, dass Schilling Augsburg verlassen musste, versammelten sich bis zu 2.000 Demonstranten, Handwerker und städtisches Proletariat, vor dem Rathaus und forderten seine Rückkehr. Unter ihnen auch einige, die sich später bei den Täufern finden.

Im Rahmenprogramm des Friedensfestes führt Wolfgang Krauß auf den Spuren dieser Demokratie und -protestbewegung durch die Stadt. Auch die Mennonitengemeinde lädt ein zu einem Abend mit Protestliedern aus dem 16. Jahrhundert.

Der Programmkatalog hat diesmal "nur" 96 Seiten, statt 208 im letzten

Jahr, doch die Zahl der Veranstaltungen ist kaum geringer geworden:



Am Donnerstag, 8. August 2013, wird dann in Augsburg erneut der weltweit einmalige gesetzliche Feiertag für den Frieden gefeiert. Auswärtige Gäste sind herzlich willkommen, schon ab dem 21. Juli 2013 zum vielfältigen Rahmenprogramm. Höhepunkte sind wie jedes Jahr der ökumenische Gottesdienst und die Friedenstafel am 8. August.

Sonntag, 30. Juni 2013

Jubiläum 2014: der Romanautor Jan de Hartog (1914-2002)

Jan de Hartog war ein niederländischer Autor, welcher in Haarlem am 22. April 1914  geboren wurde, wo er auch aufwuchs. Sein Vater war Arnold Hendrik, ein Professor und calvinistischer Prediger, seine Mutter Lucretia de Hartog, eine Universitätsdozentin mit einem Schwerpunkt auf mittelalterlicher Mystik.
In seinen Jugendjahren fuhr er zur See, wo er viel Material für seine meist auch autobiographisch geprägten Erzählungen gewann. Im Alter von 16 Jahren war er für ein Jahr auf dem „Koninklijk Instituut voor de Marine“, ohne Abschluss. „Diese Schule ist nichts für Piraten“ soll man ihm nachgerufen haben. Bis 1932 arbeitete er als Kohlenschlepper im Amsterdamer Hafen. Gerne übernahm er die Nachtschicht, und begann, tagsüber Kurzgeschichten und bald auch Romane zu schreiben. In diese Zeit fällt seine erste Ehe mit Vidia, aus der eine Tochter und ein Sohn hervorgingen.

Source: wikimedia



Sonntag, 23. Juni 2013

Die Waldschule des Quäker-Ehepaars Pollatz

Nun also folgt endlich der versprochene Bericht!

Viele der handschriftlichen Lebenserinnerungen zu der Waldschule in Dresden-Klotzsche werden in der Autographensammlung der SLUB, also der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek, aufbewahrt, darunter auch solche der ehemaligen Schüler und Schülerinnen der Waldschule.



Was von außen wie ein Westwallbunker aussieht, ist innen ein Schatzkästlein nicht allein der Pollatz-Forschung: die inzwischen nicht mehr ganz so neue SLUB in Dresden (2012).

Kennt man deren Namen, ist es für jeden Benutzer relativ einfach, an neue Quellen heranzukommen – entweder über Sammlung in Bibliotheken bzw. Archiven oder über Kontaktieren von Nachgeborenen. Beides beschäftigt mich schon seit Jahren. Von dem, was ich bekommen habe, möchte ich jetzt gerne etwas an andere zurückgeben. Daher berichte ich heute über einige Aspekte der Waldschule zu Klotzsche, die vielleicht noch nicht so bekannt, aber durchaus interessant sind.

Sonntag, 16. Juni 2013

In eigener Sache: Quäker und Jude Richard Ullmann

In dieser Woche ist meine kleine Biographie zu Richard Ullmann erschienen:


Sonntag, 2. Juni 2013

John Lampen: Speaking truth to power – Ein Workshop zur Konfliktbearbeitung

Absolut lohens- und empfehlenswert für Quäker und Nichtquäker ist folgende Veranstaltung:

Speaking truth to power – Ein Workshop zur Konfliktbearbeitung

Zu diesem Workshop über Methoden der Konfliktbearbeitung laden der Arbeitskreis Frieden im Evangelischen Kirchenkreis Braunfels sowie das ökumenische Netzwerk Church and Peace gemeinsam ein. Leider findet die Veranstaltung in „Niedergirmes“, also so ziemlich a.A.d.W. statt, so dass nur diejenigen teilnehmen können, die das notwendige Reisebudget dazu haben. Öffentlichkeit wird dadurch wohl kaum erzeugt, obwohl das Thema einen großen Teilnehmerkreis verdient hätte:

„Speaking truth to power“ (Mächtigen die Wahrheit sagen) lautet der Titel eines bedeutenden Quäkerbuches, das die älteren Quäker prägte und inspirierte – jüngere kennen es kaum. John Lampen (geb. 1938) ist Quäker,

©Mit frdl. Genehmigung von J. Lampen


Corder Catchpool (1883-1952)

Corder Catchpool wurde als das zweite von sieben Kindern von Thomas Kingham Catchpool und Florence Emma Pettifor (1856-1941/42) am 15. Juli 1883 in Leicester geboren. Als er zwölf Jahre alt war, zog seine Familie nach Guernsey. Hier besuchte er die Guernsey High School und anschließend, im Alter von fünfzehn Jahren, die Quäkerschule in Sidcot (Somerset). Nach zwei Jahren wechselte er zu der Bootham School in York, ebenfalls eine Schule für Quäker. Die Schuljahre waren für ihn keine leichte Zeit, doch Dank seines hervorragenden Footballspielens erwarb er sich Achtung und Anerkennung bei seinen Kameraden.
Durch seine Quäkererziehung war Corder Catchpool fest im Pazifismus verankert. Bereits seine Berufsentscheidung im Alter von neunzehn Jahren war von der Überlegung beeinflusst, den Mitmenschen zu dienen. Wegen bescheidener finanzieller Verhältnisse konnte er sich allerdings kein Medizinstudium leisten und entschied sich für die Laufbahn eines Ingenieurs. 1902 begann er eine sechsjährige Lehre zunächst bei James Holton, einem Londoner Lokomotivbauer der Great Eastern Railway und anschließend bei Greenfield Cotton Mill in Darwen, Lancashire. Parallel dazu erwarb er ein Zertifikat (B. Sc.) an der London University in dem Fach Mechanik. Diese Arbeit gab ihm keine Befriedigung. Er verkehrte häufig in den Armenvierteln Londons und kannte die Nöte der Arbeitslosen, Minderbemittelten und Kranken.

Daisy Hoffner: Vortrag zum "Kindertransport"

In London hat man am 15. Juni 2013 Gelegenheit, Daisy Hoffner sprechen zu hören. Hoffner ist annährend 90 Jahre alt und besucht noch immer die Andacht der Quäker zu Hampstead. Ihr Vortrag geht über ihre Erinnerungen in Nazi-Deutschland, das Ende des Dritten Reiches und ihre Ankunft in England durch den Kindertransport. Während des Vortrages werden auch Originaldokumente aus dieser Zeit gezeigt.

Die genauen Daten:

15.6.2013, 11 Uhr
Library of the Religious Society of Friends
Friends House
173 Euston Road
London NW1 2BJ

Sonntag, 5. Mai 2013

Quäker Klaus Dittrich: Auswahl seines Schaffens im Berliner Quäkerbüro

Die derzeitig Ausstellung im Quäkerbüro zeigt 2012/13: Klaus Dittrich (geb. 1941).

Vielleicht gab es weltweit noch nie eine Quäkergemeinde mit so vielen Künstlern wie in der ehemaligen Ostberliner Andachtsgruppe zwischen 1970 und 1990. Unter den ca. zehn Mitgliedern waren Hobbykeramiker, Hobbydichter, Hobbymaler – fast jeder war irgendwie künstlerisch unterwegs. Beruflich waren die meisten allerdings in bürgerlichen Tätigkeiten situiert, allein Charlotte Pauly (1886-1981) in Köpenick konnte oder musste zeitweise mit ihrer Kunst ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Einer von ihnen ist Klaus Dittrich. Da es zahlreiche Personen mit diesem Namen gibt (darunter Professoren und Senatoren) sei es gestattet, seine Vita hier kurz zu umreißen:

BBKL 2013: Christoph Reckefuss aus Herford

Mit dreimonatiger Verspätung wurde nun das diesjährige "Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon" ausgeliefert (ISBN 978-3-88309-766-4, Preis 210,-€). In den letzten zehn Jahren habe ich ca. 300 Quäker aus (fast) allen Zeiten und Erdteilen in diesem Lexikon vorgestellt, mit Biographie, Bibliographie und Werkverzeichnis (falls vorhanden). Nun kommen nur noch "Nachzügler", wie 2013 der Quäker, Separatist und Amerikaauswanderer Christoph Reckefuss (1763-1821).

Kriegsdienstverweigerung und Kriegsteilnahme von Quäkern im 20. Jahrhundert: Karl-H. Pollatz

Wie bereits angekündigt, fand im April 2013 die jährliche Frühjahrstagung des Vereins für Freikirchenforschung in Bensheim statt. In diesem Zusammenhang tagte am 11. April auch die AG „Geschichte der Freikirchen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg“. Das diesjährige Thema lautete „Untersuchung des Gedenkens an gefallene Soldaten in den Freikirchen“. Wie immer stand das Treffen unter der sachkundigen Leitung von Pastor Reinhard Assmann (Baptistenkirche); spannende und fachkundige Beiträge lieferten u.a. Karl-Heinz Voigt zu den Methodisten und Hartmut Wahl zu den Baptisten- und Brüdergemeinden. Ich hatte mich gerne bereit gefunden, einmal das bewegende Lebensschicksal des Quäkers Karl-Heinz Pollatz (1919-1945) etwas näher darzustellen, wobei auch neu aufgefundene Aufnahmen gezeigt werden konnten. Sein Lebensschicksal fand so viel Interesse, dass ich zusicherte, eine kurze Zusammenfassung seiner Biographie nachzuliefern, da es bislang eine solche noch nicht gibt. Da ich mitten in den Forschungsarbeiten stecke, kann hier selbstverständlich nur ein erster Abriss geliefert werden, an dem zukünftig noch weiter gearbeitet werden muss. Ziel ist ein Aufsatz für die Fachzeitschrift „Geschichte und Gesellschaft“ zum Thema „Kriegsdienstverweigerung und Kriegsteilnahme von Quäkern im 20. Jahrhundert“.

Gisela Faust spricht

Wieder besteht die Möglichkeit, aus dem Leben der Familie von Gisela Faust zu hören, diesmal hier:

Erzählcafé
Ort: Katholische AkademieAdresseHannoversche Straße 5 10115 Berlin
Zeit: Dienstag, 21. Mai 2013 - Beginn 15:00 Uhr
Thema: Die ganz frühen Konzentrationslager 1933

Hinweis: Baptisten, Quäker, Unitarier - Wie progressive Kirchen die USA und die Welt veränderten

Viel hört man von den christlichen Fundamentalisten aus den USA - dass es dort ebenso pazifistische und liberale Gemeinschaften gibt, darauf weist der Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume am 27. April 2013 auf seinem Blog SciLogs hin:

Baptisten, Quäker, Unitarier - Wie progressive Kirchen die USA und die Welt veränderten

Donnerstag, 25. April 2013

Der Theologe Samuel Fisher (1605-1665)

Der Quäker Samuel Fisher ist nicht zu verwechseln mit einem Namensvetter, Samuel Fisher (1742-1803), einem Baptistenprediger aus Norwich. Samuel Fisher aus Northampton (der spätere Quäker) wurde ebenda am 9. Dezember 1605 getauft. Sein Vater John Fisher unterhielt ein Handelsgeschäft für Hüte. Sein Studium schloss Samuel Fisher 1627 mit einem Bakkalaureat an der Universität von Oxford, Trinity College, und einem Magister an der New Inn Hall drei Jahre darauf ab. Im Jahre 1627 war Fisher vom Bischof zu Peterborough ordiniert worden. Fisher wurde zunächst Kaplan bei einem adeligen Puritaner. Nach einer weiteren Priesterweihe 1643 bei den Presbyterianern wurde er Priester in der Gemeinde Lydd (Grafschaft Kent). Jährlich verdiente er zweihundert Pounds - für damalige Verhältnisse ein kleines Vermögen.

Sonntag, 7. April 2013

Maurice de Coulon: Meisterwerke der Keramik (Berlin Winter 2012/13)

Diesem Beitrag möchte ich etwas vorwegschicken: ich bin nicht mit Maurice de Coulon näher befreundet als im Rahmen der üblichen Quäker-Mitgliedschaft, ich bin nicht von ihm angerufen oder angemailt worden, um über seine Ausstellung zu schreiben, und ich hoffe, dass ich auch hier künstlerische Leistung unabhängig von persönlichen Erlebnissen, positiver wie negativer Art, möglichst sachlich beurteile. Sine ira et studio also.
Ich muss und will gleich damit beginnen: die kleine Coulon-Ausstellung ist das Allerbeste, was jemals im Quäkerbüro Berlin gezeigt wurde, und wird wohl für viele Jahre auch das Beste bleiben. Es ist nur sehr bedauerlich, dass diese geniale Werkschau schon wieder abgebaut wurde – ich habe es versäumt, rechtzeitig darüber zu berichten. Insofern bleibt mir nichts anderes übrig, als eine kleine Rückschau zu bieten. Dem Himmel sei Dank, dass ich die Ausnahmen schon Ende letzten Jahres gemacht hatte, denn Kunst lässt sich schlecht beschreiben: Kunstwerke muss man einfach sehen.

Abb.1: Blick in die Galerie im Eingangsbereich

Glücklicherweise hat der Künstler eine eigene Homepage, so dass ich die biographischen Stationen nicht weiter anführen muss: http://www.de-coulon.de/

       Abb. 2

Coulon kam 1967 zum Quäkertum, und ein Jahr darauf setzt sein künstlerisches Schaffen ein – in einer soziopolitisch bewegten Zeit, zumindest in Westdeutschland. Im Laufe der Zeit hatte er Ausstellungen in Galerien und Museen in Darmstadt, Düsseldorf, Essen, Frankfurt (am Main), Genf, Hamburg, Hannover, Köln, Mönchengladbach, Wiesbaden und Zürich.

Ein kleiner Rückblick: Vortrag über Quäker in Berlin (Februar 2013)

Mein Dank geht nachträglich an den „Internationalen Lyceum-Club Berlin e.V.“, der mich im Februar 2013 gebeten hatte, in Berlin einen kleinen Vortrag über die Quäker zu halten. Ich bin dem gerne nachgekommen, zumal ein Mitglied der deutschen Quäker einst ebenfalls Mitglied im Dresdner Lyceum-Verein gewesen war: Lili Pollatz (1883-1946). Diese bemerkenswerte Frau, die Arbeitsausschüsse häufig nach Berlin brachte, kam über ihre Freundschaft mit Martha Beerholdt in den Verein.


Samstag, 6. April 2013

Hans Klassen: Ein Lebensschicksal des 20. Jahrhunderts (Teil 3)

Klassen als Verleger

Noch ein letztes wichtiges Ereignis im Leben von Hans Klassen fiel in die Neu-Sonnenfelder Jahre: Er gründete einen Verlag. Zunächst vor allem, um für die Kommune Neu-Sonnefeld Werbung zu machen und um die Ideen der Mitglieder, also Pazifismus, Völkerverständigung und Vegetarismus, weiter zu verbreiten. Der Name lautete zunächst etwas umständlich „Verlag Neu-Sonnefelder Jugend Quäkersiedlung Sonnefeld bei Coburg“, wurde aber schon Ende der 20er Jahre in „Neu-Sonnefelder Jugend“ geändert. Verlegt wurde hauptsächlich pazifistische und religiös-soziale Literatur, also Gandhi, Tolstoi oder Bulgakov, dann auch Quäkerliteratur aller Richtungen sowie Kinder- und Jugendliteratur. Das wichtigste Produkt war jedoch zunächst eine Zeitschrift, die Klassen seit 1924 gemeinsam mit Johannes Harder herausgab und die den Titel „Neu-Sonnefelder Jugend“ erhielt. Hier erschienen Berichte, die noch heute die wichtigste Quelle zu der Kommune darstellen.

Das Verlagslogo in den 1920er Jahren.

1928 zog der Verlag erstmals um. Während Valentin Bulgakovs „Leo Tolstoj und die Gegenwart“ 1927 noch im Verlag „Neu-Sonnefelder Jugend Quäkersiedlung Sonnefeld bei Coburg“ erschienen war, erschien „Sie starben um des Glaubens willen“, ebenfalls von Bulgakov, ein Jahr darauf schon im „Verlag Neu-Sonnefelder Jugend, Heppenheim an der Bergstraße“. Ab April 1937 wurde die ganze Verlagsarbeit nach St. Urban am Ossiacher See in Kärnten verlagert. Klassen beabsichtigte, langfristig in Österreich, wo er sich zu diesem Zeitpunkt aufhielt, zu bleiben. Ein weiterer Grund könnte sein, dass Werke aus seinem Verlag von den Nationalsozialisten möglicherweise verboten wurden, so beispielsweise „Der Eremit und andere Erzählungen“ von Ebba Pauli (1873-1941), das 1927 aus dem Schwedischen übersetzt worden war. Klassen behauptet dies zumindest 1949, doch es scheint der Wahrheit nicht zu entsprechen. Ein Verbot der Bücher Paulis ist ebensowenig nachzuweisen wie ein Verbot anderer Schriften aus dem Verlag Klassens. Ganz im Gegenteil; so erwähnt 1941 die christliche Jüdin Nelly Oettinger (geb. 1883) in ihrem letzten Brief vor ihrer Deportierung und Ermordung, dass sie sich gerade das Buch „Der Eremit“ gekauft habe.

Rudolf Cohen: ein Kämpfer gegen Diskriminierung

Jetzt bald, am 1. Mai 2013, wird nach langen Vorarbeiten ein Buch über das Münchner Quäker-Ehepaar Cohen erscheinen. Zwischen November 1938 bis Dezember 1941 suchten mehr als 300 Mitbürger jüdischer Herkunft Hilfe bei Rudolf und Annemarie Cohen. Das Ehepaar galt als die Münchner Anlaufstelle der Quäker. So gelang es den Cohens, rund 200 Menschen zu retten, indem sie Kontakte vermittelten, bei der Ausreise halfen und finanzielle Unterstützung organisierten. Die von dem Bibliotheksdirektor a.D. und emeritierten Professor für Bibliothekswissenschaft Peter Zahn (geb. 1936) Studie hat anhand von Besuchsprotokollen 326 Einzelschicksale aufgearbeitet, hinter denen mehr als 1.000 Angehörige stehen. Diese Biographien sind eine wahre Fundgrube für weitere Studien und umfassendere Fragestellungen zum Handeln der Quäker im bzw. gegen das Dritte Reich.

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Oldenbourg Wissenschaftsverlag (1. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3486717324
ISBN-13: 978-3486717327

Mit den Herausforderungen des Lebens kämpfende Quäker: Karl-Heinz Pollatz

In Bensheim gibt es im Monat April 2013 ein öffentliches Werkstattgespräch über die Teilnahme von Quäkern während des Zweiten Weltkriegs. Da ich gebeten worden bin, auch zu den Quäkern einen Beitrag in diesem Kreis zu leisten, bin ich der Bitte gerne nachgekommen. Mich interessiert dieser Gegenstand seit Jahrzehnten und ich habe mich verschiedentlich mit dem Thema Kriegsdienstverweigerung beschäftigt, zuletzt mit dem kleinen Beitrag „Kriegsdienstverweigerung im 19. Jahrhundert“ (in: Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit, 12, 2, 2008, S. 204-222).

Margrit Seidler verstorben

Am 7. März 2013 ist Margrit Seidler verstorben. Die Nachricht kam für mich nicht überraschend, aber es ist auch dann nicht leicht Abschied zu nehmen, wenn man gemeinsam über das Ende spricht. Ich war bis zuletzt mit der Münchner Quäkerin in Kontakt und verdanke ihr viel, sehr viel. Über Jahre pflegten wir eine reichhaltige, liebevolle und respektvolle Korrespondenz und haben uns mehrfach getroffen, in Berlin wie München. Von ihr bekam ich einmal den Hinweis auf folgende Sätze von Diana Lampen:

 „Von den Astronomen wissen wir, dass einige der Sterne, die wir sehen, gar nicht mehr da sind: Ihr Licht hat nämlich so viele Jahre benötigt, um uns zu erreichen, dass wir es erst jetzt sehen. Diese Tatsache vermindert keineswegs ihre Schönheit und die Freude, die wir daran haben“

Montag, 18. März 2013

Anne Finch Conway (1631-1679): Quäkerin, Philosophin, Esoterikerin

                          Die Philosophin mit Hund (Source wikimedia)

Anne Finch war das jüngste von elf Geschwistern von Sir Henry (Heneage) Finch (gest. am 7. Dezember 1631), einem Abgeordneten des House of Commons und seiner Ehefrau Elizabeth Cradock Benet. Dank des Vermögens ihrer Familie mußte Anne nicht arbeiten, sondern konnte ihre Kindheit in einer großen Londoner Stadtvilla samt Garten (Kensington House) verbringen. Neben der üblichen Erziehung, die den Frauen ihrer Zeit gewährt wurde, lernte sie Hebräisch, Altgriechisch und Latein. Französisch, Astronomie und Mathematik soll sie sich anhand des Bücherstudiums selbst beigebracht haben. Schon frühzeitig entwickelte sie eine Passion für philosophische Lektüre, die sie ihr Leben lang begleitete. Zu den von ihr bevorzugten Autoren zählten Plato, Plotinius, Philo Judaeus und besonders die „Kabbala Denudata“. Ebenso wurden von ihr mystische und theosophische Schriften geschätzt. Ein Teil dieser Texte wurde ihr von ihrem älteren Bruder John beschafft, der an der Universität von Cambridge studierte. 

Sonntag, 3. März 2013

Keine Laien, sondern nur Päpste: Zu Gast bei den Berliner Quäkern

Gäste, die die Berliner Quäker-Versammlung besuchen, um dann ein paar Zeilen darüber zu schreiben, gibt es zahlreiche. Kaum ein Jahr vergeht ohne einem solchen Besuch. Üblicherweise werden solche Termine auf Bezirksversammlungen oder Arbeitsausschüssen gelegt, damit überhaupt ein paar Quäker anwesend sind. Zur Not wird man per Telefon oder Mail zur Anwesenheit aufgefordert. So ist es nun auch kein Zufall, dass an dem Besuchstag von Adolf Stock (Deutschlandradio Kultur) gleich Gisela Faust, Herbert Möller, Martin Lutz und auch Susanne Jalka zu Worte kommen. Letztere am ausführlichsten, doch hätte man erwähnen sollen, dass Jalka gar nicht die Berliner, sondern die Wiener Quäker vertritt (warum Adolf Stock in seinem Bericht immer "die Jalka" schreibt, kann ich mir nicht so recht erklären - unschön).

Wie kaum zu vermeiden, finden sich in einem solchen Bericht einige kleine Fehler: es gibt nicht 300 Quäker in Deutschland, sondern 250 in Österreich und Deutschland. Zieht man diejenigen ab, die im Ausland leben, die den Kontakt zur JV verloren haben bzw. sehr alt sind, kommt man auf ca. 150 Aktivquäker, aber auf eine erstaunlich hohe Zahl von engagierten und treuen Freunden der Freunde (die allerdings nicht erwähnt wurden)
-die Berliner Quäker besitzen kein Haus, sondern lediglich eine moderne Erdgeschoßwohnung im Zentrum der Stadt.
-"Quäkerspeisung" werden die Hilfsdienste nach dem Ersten, nicht nach dem Zweiten Weltkrieg genannt.
-Etwas peinlich ist die misslungene Zusammenstellung der Quäkerzeugnisse am Ende des Beitrages. Kaum zu glauben: das Soziale Zeugnis wird nicht einmal erwähnt (etwas aus der Mode gekommen, anscheinend). Wer sich über die tatsächlichen Quäker-Zeugnisse informieren möchte, kann das an anderer Stelle besser nachlesen.

Richard Foster: Leben mit Gott (Buchbesprechung)

Eine sorgfältige, faire und genaue Buchbesprechung, wie man sie im Internet selten findet, leistet Georg Walter (Höfen). Er bespricht:

Richard Foster, Leben mit Gott – Wie die Kraft der Bibel uns verändert, SCM Brockhaus, 2010.


Quäkertexte aus den USA oder England in deutscher Sprache sind Mangelware, allein schon daher ist das Buch für uns (also die Quäker) ein Gewinn. Walter kommt zu folgendem Fazit: "Das Buch von Richard Foster Leben mit Gott enthält einige Aussagen über die Nachfolge eines Christen, die man stehen lassen kann. Dennoch erweckt Foster den Eindruck, ein Christ könne nur dann geistlich wachsen, sofern er die kontemplativen Methoden der Mystiker praktiziert. Die Praktiken mittelalterlicher Mystiker stellt Foster überhaupt nicht in Frage oder prüft sie anhand der Schrift. Eine klare Trennung zwischen Gnade und Gesetz, zwischen Werken und Glaube verschwimmt bei Foster. Das Leben mit Gott tiefer zu gestalten, ist Fosters Ziel. Um dies zu erreichen, führt Foster die Vorbilder katholischer Mystiker und Mystikerinnen oder zweifelhafter Charismatiker ebenso an wie Bücher oder Schriften von Heiligen vergangener Zeiten. Entdecken wir tatsächlich „neu die Kraft der Bibel“ (Rückseite), wenn wir Fosters Anweisungen folgen? Diese Frage muss mit einem klaren Nein beantwortet werden. Wer sich auf mystische Pfade begibt, wird vom schmalen Weg des Wortes Christi abkommen".

Dienstag, 12. Februar 2013

Lost in Berlin: Interview

Wer etwas Zeit mitbringt, dem empfehle ich dieses Interview:


http://open.salon.com/blog/lost_in_berlin/2013/02/06/friends_with_benefits_talking_quakerism_with_claus_bernet





Sonntag, 10. Februar 2013

Eva Bischoff: Ankündigung eines Vortrags, Bonn, März 2013

Vortrag von Eva Bischoff aus Trier:

Zwischen humanitärer Mission und Siedlerimperialismus: Alltag und Mission australischer Quäker in der anglophonen Welt (1830-1870).

Wann?: Freitag, 22. März 2013, 11.15 – 13.00 Uhr

Wo?: Gustav-Stresemann-Institut, Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn-Bad Godesberg


Kurzinfo: Dr. Eva Bischoffs berichtet über eine ausgewählte Gruppe von australischen Siedlerfamilien, deren Angehörige gleichzeitig Mitglieder der Religious Society of Friends (Quäker) waren. Aus der Perspektive einer "Histoire Croisée" nimmt das Projekt die verschiedenen Ziele, Konflikte und Aushandlungsprozesse in den Blick, welche die Mitglieder dieser Quäkerfamilien auf transnationaler, nationaler und lokaler Ebene verfolgt bzw. geführt haben. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Frage, wie diese sich, zum einen Teil der weißen Siedlergesellschaft angehörig, zum anderen überzeugte Pazifisten oder Pazifistinnen und oft humanitär engagiert, zur genozidalen Gewalt an der Frontier verhalten haben.

Zu deutschen Quäkern in Australien siehe auch: Rasche, Wilhelm (1829-1890), in: BBKL, Band 28, 2007, Sp. 1287-1290.

Samstag, 9. Februar 2013

Zeitschrift Quäker, 1, 87, 2013: Inhaltsverzeichnis

Das erste Heft (Januar/Februar 2013, 87. Jahrgang) erscheint in einem attraktiven neuen Layout:



 Inhaltlich wird dem Leser Folgendes geboten:

Hans Klassen: Ein Lebensschicksal des 20. Jahrhunderts (Teil 2)

Soziale Experimente

Nach seiner Freilassung heiratete er 1919 in Halle an der Saale Wally (Waltraud) Rast (geb. 1893). Ein Jahr darauf wurde in Mühlhausen (Thüringen) ihr Sohn Hanno geboren. Zu dieser Zeit verfolgte Klassen mit Begeisterung ein lebensreformerisches Projekt auf der Breitewitzer Mühle, die in einer Waldlichtung der Dübener Heide (zwischen Wittenberg und Halle) gelegen war. Infolge der Wirtschaftskrise nach dem Krieg war dort ein Kinderheim Bankrott gegangen - es wurde nach einem neuen, geeigneten Betreiber gesucht. Daraufhin boten Klassen und sein Schwiegervater Konrad Rast an, das Heim zu erhalten. Für wenige Monate entstand unter Klassen ein lebensreformerisches Projekt zumeist junger und unverheirateter Leute. Einer von ihnen war übrigens der bekannte Mennonit Johannes Harder (1903-1987), dessen Biografie bemerkenswerte Parallelen zu der von Klassen aufweist: Auch er stammte aus Russland, gehörte den Mennoniten an, bewegte sich in lebensreformerischen Kreisen und arbeitete als Verleger. Wie Klassen ließ auch Harder sich teilweise von der Ideologie des Nationalsozialismus vereinnahmen; er war im Range eines SS-Untersturmführers Lektor unter Horst Hoffmeyer an der Volksdeutschen Mittelstelle (Vomi) in Odessa. Zuvor (im oder kurz nach Dezember 1941) wurde ihm später in Berlin-Charlottenburg eine Arbeitsstelle im „Verein für das Deutschtum im Ausland“ vermittelt – von niemand anderem als von Hans Klassen.
Harder bezeichnet die Teilnehmer auf der Breitewitzer Mühle als Baptisten, die aus ihren Gemeinden wegen „ketzerischer Ideen“ ausgeschlossen worden seien. Dieser Einschätzung, die positiv gemeint war, ist durchaus Glauben zu schenken, denn dem Mennoniten Harder waren die konfessionellen Unterschiede zu den Baptisten zweifellos bekannt. Die Gemeinschaft lebte von einkehrenden Urlaubern, von dem wiedereröffneten Kinderheim und dem Herstellen von Korbwaren, die immerhin bis nach Hamburg verkauft wurden. Klassen engagierte sich jedoch nicht besonders lange in diesem Sozialexperiment, da er schon längst in Franken neue Pläne verfolgte. Bei seiner Festsetzung auf Schloss Hassenberg bei Coburg hatte er Kontakt mit religiös gesinnten Personen aus der Umgebung aufgenommen. Es handelte sich wieder um junge Menschen aus freikirchlichen Kreisen, überwiegend um Mennoniten, aber auch um Baptisten. Die jungen Menschen standen vor einer unsicheren Zukunft, der verlorene Krieg und die wirtschaftliche Not führten sie zusammen und sie fanden in Klassen ihren Mentor und Ideengeber. Klassen hatte ein ganz besonderes Charisma, das vor allem unselbstständige und verunsicherte Personen anzog und an ihn band.
Mit rund einem Dutzend Männern und Frauen gründete Klassen nun die Lebensgemeinschaft Neu-Sonnefeld bei Coburg. Im Gegensatz zu den politischen, völkischen, sozialistischen oder anarchistischen Siedlungsversuchen dieser Zeit gehört die Kommune Neu-Sonnefeld zu den religiösen Lebensgemeinschaften. Die Gemeinschaft war an lebensreformerischen Grundsätzen wie Vegetarismus, Pazifismus und Gütergemeinschaft orientiert. Wie in der Breitewitzer Mühle wurden auch in Neu-Sonnefeld Kinder aus Großstädten in einem Heim aufgenommen und erzogen. Das wurde bald die Haupteinnahmequelle dieser Unternehmung. Auf dem Giebel des Kinderheims wurde von Hans Fiedler die Schrift „75 vor 2000“ angebracht, um anzudeuten, dass man sich 75 Jahre vor dem Weltuntergang befände, der von den Siedlern für das Jahr 2000 erwartet wurde.

Das Hauptgebäude der Siedler steht noch heute

Sonntag, 3. Februar 2013

Gedenkstätte "Stille Helden": Biographien

Die Berliner Gedenkstätte "Stille Helden" erinnert vor allem an weniger bekannte Persönlichkeiten, die, mehr oder weniger bescheiden, Verfolgten des NS-Regimes in unterschiedlicher Weise beistanden. Ab Februar 2013 sind nun einige Biographien online einsehbar, nachdem diese aus urheberrechtlichen Gründen bislang nur vor Ort in der Rosenthaler Straße 39 gelesen werden konnten. Die Quäker, v.a. die Berliner Gruppe, tauchen in verschiedenen Lebensläufen immer wieder einmal auf, besonders hingewiesen werden soll auf die Quäkerin und Historikerin Elisabeth Abegg (1882-1974).

Quäker in Obernkirchen

Eine kleinere Arbeit zu den Quäkern in Obernkirchen (im Landkreis Schaumburg) durfte ich kürzlich den "Schaumburg-Lippischen Mitteilungen", Heft 35 (2012) beisteuern. In diesem Ort hatte sich, zunächst unter erheblichem Widerstand der ortsansässigen Bevölkerung und vor allem der Geistlichkeit, um 1850 eine kleine Quäkergemeinde gebildet, die immerhin knapp fünfzig Jahre existierte. Am 13. Februar 1853 kam es im Dorfkrug zu einer religiösen Versammlung, die als das Gründungsdatum gelten kann. Quäker aus Norwegen und England halfen dann beim Aufbau der Gemeinde, die von einem Carl Rosemeyer geleitet wurde.


Samstag, 26. Januar 2013

Septuagesimae/Holocaust-Gedenktag, 27.01.2013: Predigt zu Matthäus 9:9-13, verfasst von Jochen Cornelius-Bundschuh

Früher wurden Quäker von der Kirche verfolgt, heute predigen Pastoren über sie. Da ich sehr selten in Genuss komme, einer Predigt beizuwohnen, kann ich doch auf eine solche verweisen, die Jochen Cornelius-Bundschuh, Theologe und Bischof der Badischen Landeskirchein Netz gestellt hat. Dort geht es um den Physiker Carl Hermann und seine Frau Eva, die beide als Quäker dem NS-Regime Widerstand leisteten. Der Beitrag stellt ihr Handeln v.a. in den Kontext des Matthäusevangeliums.

Hans Klassen: Ein Lebensschicksal des 20. Jahrhunderts (Teil 1)


Hans Klassen - Portraitaufnahme aus seiner Jugendzeit
In den letzten Wochen hatte ich eine Begegnung mit meinem „alten Bekannten“ Hans Klassen, da ich Nachkommen in den USA, England und Deutschland gefunden habe, mit denen ich mich inzwischen auch treffen konnte. Einige alte Fragen sind beantwortet, neue entstanden, und noch immer bleibt offen: Was für ein Mensch war Hans Klassen? Dies ist nun nicht so einfach zu beantworten, denn Klassen hatte viele Gesichter. Und obwohl ich mich ca. zehn Jahren mit seinem Lebensweg beschäftigte, kann ich manche Fragen auch heute noch nicht abschließend beantworten: Sind die Vorwürfe gerechtfertigt, die von den Neu-Sonnefelder Siedlern gegen Klassen erhoben wurden und die zu seinem Rückzug aus der Siedlungsgemeinschaft führten? Aus welchen Gründen wurde er bei den Quäkern ausgeschlossen? Hat er tatsächlich 7.000 Mennoniten bei der Auswanderung nach Übersee geholfen?

Freitag, 25. Januar 2013

Dank den Quäkern!

Über das Quäker-Geld hatte ich schon einmal berichtet, als es um einen Notenschein ging. Nun bekam ich eine Quäker-Münze geschenkt, die einst einen Wert von fünfzig Pfennig hatte. Sie stammt aus dem Jahr 1921, als während der Inflationszeit Landesregierungen verschiedenste Scheine druckten und Münzen prägten. In Gotha hatte man die Quäkerspeisung drei Jahre zuvor nicht vergessen und prägte auf die Rückseite der Münze den Quäkerstern:




Samstag, 12. Januar 2013

Jubiläum ohne Jubel: Richard Nixon, Politiker, Präsident - und Quäker.

2013 ist es so weit: Richard Nixons hundertjähriges Jubiläum steht an. Ein Datum, das so manchen Quäker erschaudern lässt. In Deutschland ist es angebracht einmal zu fragen: Quäker Nixon – ist es wahr? Kann es überhaupt wahr sein? Ja, es führt kein Weg daran vorbei: an der Spitze der einflussreichsten Quäker überhaupt steht leider nicht John Woolman oder Ben Pink Dandelion, sondern: Richard Nixon.
Nixon war neben dem Republikaner Herbert Hoover (1874-1964) der zweite amerikanische Präsident, der der Quäker-Religion angehörte. Was Nixon wirklich vom Quäkertum verstanden hat und in welchem Maße Quäkertum sein Handeln – wenn überhaupt – beeinflussten, bleibt umstritten. Bis in die jüngste Vergangenheit wurde in Quäkerkreisen die Zugehörigkeit Nixons zum Quäkertum heruntergespielt oder gar bestritten. Zwar sprachen sich im Januar 1974 über 200 amerikanische Quäkerversammlungen dafür aus, ihn auszuschließen - doch das fand in seiner lokalen Quäkergemeinde keinen oder wenig Anklang. Es ist bemerkenswert: Mitglieder wurden wegen kleiner Lappalien wie Alkoholkonsum oder Universitätsbesuch ausgeschlossen, aber nicht derjenige, der Hunderttausende von Menschenleben auf seinem Gewissen hat.
Nicht Badman oder Sido haben die bekannteste Maske, sondern Richard Nixon.

In den letzten Jahren ist Nixons Quäkertum erstmals wissenschaftlich näher untersucht worden. Larry Ingle, selbst Quäker und emeritierter Geschichtsprofessor der University of Tennessee in Chattanooga, arbeitet bereits seit Jahren zu Nixon. 2011 waren fünf Kapitel einer Nixon-Biographie abgeschlossen, doch das Projekt geriet unerwartet ins Stocken, nachdem die Nixon-Bibliothek in Yorba Linda sich weigerte, Unterlagen zu der Jugendzeit Nixons und seinem Quäker-Hintergrund herauszugeben. Dennoch ist inzwischen bekannt geworden, dass Nixon schon in früher Jugendzeit die Sonntagsschule der Quäker besuchte und dort die Jüngeren in „Quäkerkunde“ unterrichtete – es wäre lohnend, einmal solche ehemaligen Schüler über den Unterricht Nixons zu befragen. Herkömmliche Zeugnisse der Quäker, wie das Verweigern von Eiden oder der Pazifismus, wurden von Nixon jedenfalls nicht gelebt oder doch zumindest recht eigenwillig interpretiert. Dazu einige Beispiele: Bei zahlreichen Amtseinsetzungen schwörte er auf die Bibel. 1968 wurde er mit dem hochheiligen Versprechen gewählt, den Vietnamkrieg zu beenden, doch Nixon schickte dann 100.000 neue Soldaten an die Front. Es sei eben notwendig geworden. Nach seinem Amtsverzicht erklärte er sein Verständnis von Gesetzesmäßigkeit in der berühmt gewordenen Aussage: „Wenn der Präsident es tut, ist es nicht illegal“. Gleichzeitig hat er aber stets Andachten und Gottesdiensten beigewohnt, die, als er noch Präsident war, im Ostflügel des Weißen Hauses stattfanden. Hier soll es gewesen sein, wo er, auf dem Höhepunkt der Regierungskrise, zu seinem Berater Kissinger sagte: „ich bin kein orthodoxer Quäker, du kein orthodoxer Jude, lass uns gemeinsam auf die Knie gehen und beten“.
Wer war dieser Mensch gewesen?

Quäker-Bestand Bibliothek Friedensau

Quäkerbibliotheken sind in Deutschland Rarität, es gibt sie in Berlin und in Bad Pyrmont. Dank Amanzon und anderer Dienste ist es heute viel leichter, an deutsche Quäkerliteratur heranzukommen, als zu der Zeit, als ich mit der Quäkerforschung begonnen hatte. Manchmal braucht man aber viele Texte auf einmal, und da empfiehlt sich eine kleine, aber feine Bibliothek in Friedensau. Der Bestand ist Teil des Vereins für Freikirchenforschung und öffentlich zugänglich. Die Bibliothek und Hochschule wird von den Adventisten betrieben, und liegt in der Nähe von Magdeburg mitten im tiefen Wald. Die Atmosphäre von Friendensau ist, wenn man es einmal gefunden hat, wirklich friedlich und erinnert etwas an das englische Quäker-College Woodbrooke.


Freikirchenbibliothek Friedensau, Sektion RGdF. Ganz vorne: George Fox.

Freitag, 11. Januar 2013

Inhalt „Quäker“, Heft 6, November/Dezember 2012, 86. Jahrgang:

Inhalt des „Quäker“, Heft 6, November/Dezember 2012, 86. Jahrgang:

Das letzte Heft 6 2012 eröffnet mit einer Epistel der Jahresversammlungs-Schreiber Sabine Alvermann und Horst-Dieter Breuer. Eine Seite weiter folgt die nächste Epistel: die Jungfreundeepistel.
-Maria Harms: Bericht über die Jahresversammlungsfreizeit 2012, die diesmal in Bonn statt fand.
-Maurice de Coulon: Verkündigung bei Quäkern (lesenswert v.a. These 6 und 7 zum Sprechen bei Quäkern).
-Wilhelm Prasse mit einer Replik zu Michael Seebers Artikel „Quäker Nr. 1/2012".
-Ben Pink Dandelion: „Über die Freude, als Quäker zu leben“ (Übersetzung aus dem Englischen).
-Rückblick auf die Verleihung des Friedensnobelpreises vor 65 Jahren (ebenfalls eine Übersetzung aus dem Englischen).

Inhalt „Quäker“, Heft 5, September/Okober 2012, 86. Jahrgang:

Inhalt des „Quäker“, Heft 5, September/Okober 2012, 86. Jahrgang:

-Claus Bernet: „Unter Herzensküssen das letzte Lebewohl“: ein zeitgenössischer Bericht über den Tod der Quäkerin Sophia Seebohm 1804 – war ursprünglich gedacht als Beitrag für ein Sonderheft „Sterben & Tod bei Quäkern“. Solche Berichte sind übrigens sehr selten, ich kenne aus dem Kreis der deutschen Quäker in Minden und Pyrmont keinen zweiten, obwohl ansonsten Geburten und Todesfälle zentrale Ereignisse der Gemeinde waren.
-Klaus-Thomas Hänsch: Bericht über die BV Ost bei Freimut Luft und Veronika Wollein.
-Ullrich Hahn: „Nein zur Gewalt im Alltag“: eine soziopolitische Reflexion zu direkter und indirekter Gewalt, zum Problem staatlicher Sanktionierungen (Strafen), zum Verhältnis von Konsum und Gewalt (vgl. dazu auch Kapitel 8 von „Der mit dem Licht tanzt“), und, als positiver Abschluss, zu Formen des „gerechten Lebens“.

Quäker der Woche (27): Dietrich Reckefuß

Dietrich Reckefuß wurde auf dem Reckefußhof in Kipshagen (heute in der Gemeinde Exter, Kreis Herford) geboren, und zwar im März 1759. Christoph Reckefuß (gest. 1822) ist sein Bruder, der 1805 nach Amerika (Baltimore, später Shoal Creek, Illinois) auswanderte. Um 1782 soll Dietrich Reckefuß während eines heftigen Gewitters vom Geiste Gottes erleuchtet worden sein. Seit diesem Erlebnis verstand er sich in apokalyptischer Mission und warnte seine Mitmenschen vor den Geschehnissen der Endzeit.

Informationsangebot der Quäkergruppe Köln-Bonn-Aachen

Pünktlich zum Jahresbeginn 2013 geht die Quäkergruppe Köln-Bonn-Aachen mit einer neuen Seite ins Netz. Ein Menüpunkt "Themen" und "Diskussion" sind schon einmal angelegt, und bislang gibt es kurze Statements zu Milch und Kaffee - leider wurde das öffentliche Forum schon nach kurzer Zeit umgestellt auf eine Diskussionsseite mit Anmeldung, welche man problemlos beim Webmaster beantragen kann.
Verantwortlich ist Wolfgang Rassek aus Belgien.